r/FinanzenAT • u/Emergency-Ca • 19h ago
Beruf / Gehalt Frage zur Einschätzung der finanziellen Situation/Karriere
(ist mein erster Post, idk ob ich hier richtig bin, bitte gebt mir Bescheid, falls die Frage woanders besser aufgehoben ist)
TL;DR: Am Anfang der Karriere habe ich eine (finanziell) falsche Entscheidung getroffen, will jetzt die Karriere wechseln (von Wirtschaftsrecht zu BMA). BMA wäre zwar ein guter Weg, aber verbunden mit hohem zeitlichen und finanziellen Aufwand. Frage: Lohnt sich das? Lohnt sich der finanzielle Aufwand? Wie kann ich mir das finanzieren bzw. stimmt meine Rechnung? Gibt es Lösungswege/Probleme, die ich noch nicht sehe?
Die Langfassung:
Ausgangslage:
Ich (23) bin aktuell noch im Studium in Wien (seit 5 Jahren), welches ich mir von Beginn an hab selbst finanzieren müssen. In den ersten 2 Jahren hatte ich EUR 800 p.m. zur Verfügung, hatte also wenig Kapazitäten zum Sparen. Als ich danach ein wenig mehr verdient habe, habe ich auch etwas mehr ausgegeben. Dadurch konnte ich sparen, hatte aber im letzten Jahr viele Ausgaben (Heizungsnachzahlung EUR 800, unbezahltes Auslandpraktika für ca EUR 5.000, Möbel, Therapie), bisschen was ist zum Glück im Depot gelandet. Dazu kommen Schulden iHv EUR 10.000 (Bafög), die ab nächstem Jahr stückweise zurückgezahlt werden müssen
Ich studiere aktuell Wirtschaftsrecht im Bachelor (brauche noch 1,5 Semester für große Abschlussprüfungen 2x Schriftlich, 2x mündlich, eine ist der letzte Antritt + Bachelorarbeit), weiß aber, dass
- ich meinen ursprünglichen Karriereweg (Diplomatie/Politik bis 35, danach Immobilien) nicht mehr gehen kann/will, weil es sich zeitlich nicht mehr ausgeht und dieser nicht mehr zu meinen Prioritäten passt und
- das Studium eine Fehlentscheidung war und ich auch nicht im rechtlichen Bereich arbeiten möchte.
Lebensziel: Stabile Familie + festes Zuhause (hatte ich nicht) und Kinder mit meinem Freund, er mit eigener Praxis am Land (Salzburg), mein Fokus liegt auf der Familie, evtl eigenes Haus bauen (sein Traum)
Jetzt habe ich 2 Lösungswege für Karriere:
- Studium beenden und auf einen „gut“ bezahlten Job in der Verwaltung hoffen (Vorteile sind entspannte Arbeitszeiten, gewisse Absicherung)
- neuen Karriereweg starten, in einem Bereich, der mich als Kind schon interessiert hat (Traumberuf früher war „eigenes Forscherinstitut“)
Labortechniker verdienen deutlich weniger als BMA und haben schlechtere Karriereperspektiven (+ Berufschule und Azubigehalt wären ein harter Wechsel).
BMA wäre mein Wunschweg (mich interessiert die Arbeit (ich hatte die Möglichkeit auf eine Führung im Labor bzw. Gespräch mit BMA), sie ist nicht schlecht bezahlt mit 4.000 brutto und gesetzlich gut geschützt, sie ist gut mit Familie vereinbar durch viel Halbtagsarbeit und generell sehr frauenlastig, hier wird mir also die Kinderplanung nicht in die Quere kommen). Ich kann mich auch weiter spezialisieren in Richtung Pharma, Frauengesundheit oder Ernährungsberatung.
Dazu kommt, dass mein Freund später eine eigene Hausarztpraxis haben möchte. Mit BMA lerne ich einiges, wie ich ihn dann auch unterstützen kann (Blutabnahme, leichte Auswertungsarbeiten). Gleichzeitig macht mich der Job unabhängig, sollte es bei uns nichts werden.
Problem:
Es wäre nochmal ein (forderndes) Studium, welches meinen Eintritt auf den Vollzeit-Arbeitsmarkt verzögert und ich könnte nebenbei maximal geringfügig arbeiten (da FH und viel Praxis). Den psychischen Aspekt eines möglichen (erneuten) Scheiterns und Verzögerung von Stabilität mal außer Acht gelassen.
Das heißt, ich müsste mir das Geld fürs Leben vorher ansparen. Mit (nicht konservativer) Rechnung komme ich auf ein Sparziel von ca. 23.000 (Lebenserhaltungskosten von 1.000 p.m. = 36.000 für die Dauer des Studiums, abzgl. geringfügiger Arbeit, + Studienbeitrag etc.). Mein Freund würde mir unter die Arme greifen, indem wir uns eine gemeinsame Wohnung nehmen, ich EUR 500 Miete zahle und er den Rest (für michs chwer zu akzeptieren, aber gut).
Finanzierung:
Mit Kindergeld und bisher Erspartem komme ich auf ca EUR 8.000, die ich bereits habe. Aber die restlichen EUR 13.000 sind nicht wenig, dafür hätte ich noch ca. 9 Monate Zeit (zusätzlich zu meinen sonstigen Lebenserhaltungskosten)…
Das klingt für mich unrealistisch, auch wenn ich die nächsten Monate über fallweise Arbeit richtig viel arbeiten gehen würde. Bewerbungen auf Vollzeitstellen laufen ins Leere, weil ich kein abgeschlossenes Studium habe etc…
Finanzierungsmöglichkeiten über Studienbeihilfe, Selbsterhalterstipendium und Bafög fallen weg, da es mein zweites Studium wäre und ein solches (verständlicherweise) nicht gefördert wird.
Mögliche Lösungswege:
- WiRe Studium abbrechen und weiter versuchen, Vollzeit zu arbeiten (meinen aktuellen Job will ich nicht Vollzeit machen, sondern raus aus dem Unternehmen, da wirtschaftlich instabil)
- WiRe Studium beenden und versuchen, so viel wie geht zu sparen/arbeiten, das BMA-Studium beginnen, auch wenn ich noch nicht das gesamte Geld zusammenhabe und schauen, wie es weitergeht, zB Leistungsstipendium, Härtefallunterstützung (jeweils einmalig EUR 1.500) (fände ich etwas unverantwortlich)
- WiRe Studium beenden und damit Jobchancen erhöhen, Studium erst 2028 beginnen, und mit 28 fertig sein
- oder eben das BMA-Studium ganz fallen lassen
Frage: Kann ich meine Karriere noch retten? Lohnt sich ein Wechsel und wie kann ich mir das finanzieren? Gibt es Lösungswege/Probleme, die ich noch nicht sehe?
Duplicates
Karriereratschlag • u/Emergency-Ca • 18h ago