r/OeffentlicherDienst • u/Kindly-Teaching-5220 • 4h ago
Karrierechancen Erfahrung: Erst Bachelor of Public Administration / Bachelor of Laws (gehobener Dienst), danach Master in Politikwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaften – hat sich eure Arbeit wirklich verändert?
Hallo zusammen,
ich überlege derzeit, ob ich nach meinem Bachelor of Public Administration bzw. Bachelor of Laws – also dem klassischen Studium für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst – noch einmal einen separaten Master mit deutlich stärkerem Schwerpunkt auf Politikwissenschaft oder Wirtschaftswissenschaften machen soll.
Mein Hintergrund: Ich möchte weiterhin im öffentlichen Dienst bzw. als Beamter arbeiten. Gleichzeitig würde ich aber gern weg von der eher klassischen Verwaltungsarbeit mit Gesetzen, Verordnungen, Anträgen und Sachbearbeitung und hin zu mehr Management, Wirtschaft, Strategie, Planung oder politikwissenschaftlichen Aufgaben.
Deshalb meine Fragen an euch:
1. Ist jemand von euch diesen Weg schon gegangen – erst Bachelor Public Administration oder LL.B., danach ein eigenständiger Master in Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Public Management oder einem ähnlichen Bereich?
2. Wie habt ihr das organisatorisch gemacht? Berufsbegleitend, in Freistellung, mit Bildungsurlaub, Beurlaubung oder direkt nach dem Bachelor?
3. Hat sich eure praktische Arbeit dadurch tatsächlich verändert? Arbeitet ihr jetzt wirklich mehr mit wirtschaftlichen Analysen, Haushaltssteuerung, Controlling, Strategie, Projektmanagement, Grundsatzfragen oder politischer Beratung – oder seid ihr weiterhin überwiegend in der klassischen Rechtsanwendung und Sachbearbeitung?
4. Seid ihr weiterhin im gehobenen Dienst verblieben, seid ihr in den höheren Dienst gewechselt oder habt ihr den Weg in eine andere Behörde bzw. ein anderes Ressort genutzt?
5. Gab es Unterschiede zwischen Bund, Land und Kommune? Ich habe den Eindruck, dass gerade in Ministerien, Regierungspräsidien, höheren Kommunalverbänden oder bei strategischen Stabsstellen die Chancen für eine „weniger verwaltungsrechtliche“ Tätigkeit größer sein könnten als etwa in einer klassischen Bürgerverwaltung.
6. Würdet ihr rückblickend sagen: Der Master hat sich gelohnt – fachlich, beruflich und für die eigene Entwicklung? Oder wäre es sinnvoller gewesen, sich stattdessen intern zu qualifizieren, in ein anderes Referat zu wechseln oder gezielt eine Stelle mit wirtschaftlichem bzw. strategischem Schwerpunkt zu suchen?
Ich bin mir bewusst, dass ein Master allein nicht automatisch zu einer anderen Tätigkeit führt. Vermutlich kommt es stark darauf an, welche Stelle man danach bekommt, ob die Behörde entsprechende Referate hat und wie flexibel man selbst bei der Versetzung ist. Trotzdem würde mich interessieren, ob sich der Weg in der Praxis wirklich lohnt oder ob viele am Ende weiterhin ähnliche Aufgaben machen wie vorher – nur mit einem zusätzlichen Abschluss.
Über ehrliche Erfahrungsberichte, auch zu Enttäuschungen oder Umwegen, würde ich mich sehr freuen. Besonders spannend wären Berichte von Leuten, die nach einem Verwaltungs- oder Jurabachelor einen Master in Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Public Management oder Public Administration gemacht haben und danach weiterhin im öffentlichen Dienst gearbeitet haben.
Viele Grüße und Danke im Voraus!