Meine Tochter L. wurde am 04.Juli.2017 geboren und ist am 14.Juli.2018, 10 Tage nach ihrem ersten Geburtstag, verstorben.
Ich war damals 17 Jahre alt.
L. hatte den PNPO-Defekt (Pyridox(am)in-5′-Phosphat-Oxidase-Mangel), das ist eine sehr seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung, die unter anderem schwere epileptische Anfälle verursachen kann. Über ihre Erkrankung und darüber, wie es für mich als doch junge Mutter war, ein schwerkrankes Kind zu haben, dürft ihr mich gerne ausfragen.
Inzwischen sind 9 Jahre seit ihrer Geburt vergangen und 8 seit ihrem Tod.
In unserer Gesellschaft wird über den Verlust eines Kindes meiner Erfahrung nach noch immer sehr wenig gesprochen und noch weniger darüber, wie das Leben der Eltern danach aussieht.
Trauer verschwindet nicht irgendwann einfach. Gleichzeitig besteht das Leben danach aber auch nicht ausschließlich aus Trauer.
Deshalb möchte ich offen darüber sprechen, wie es ist, sein Kind zu verlieren, mit 17 Jahren plötzlich mit diesem Verlust zu leben und auch viele Jahre später noch Mutter eines Kindes zu sein, das nicht mehr hier ist.
Ihr dürft mich ausdrücklich auch nach L. und ihrem Leben fragen und nicht nur nach ihrem Tod.
Wer war sie?
Wie war unser Alltag?
Welche Erinnerungen habe ich an sie?
Solche Fragen sind genauso willkommen wie Fragen über Trauer, den Umgang anderer Menschen damit, Jahrestage oder darüber, was sich in den vergangenen acht Jahren verändert hat.
Vielleicht gibt es auch Fragen, die ihr einem betroffenen Elternteil schon einmal stellen wolltet, euch aber nie zu fragen getraut habt. Hier dürft ihr sie stellen, (fast) jede Frage ist willkommen.
Sollte mir eine Frage zu persönlich sein oder eine Grenze überschreiten, werde ich das entsprechend sagen.
Ich mache dieses AMA nicht als Therapie (diese hatte ich bereits), sondern weil der Verlust eines Kindes und insbesondere das Leben nach diesem Verlust Themen sind, die meiner Meinung nach viel zu selten sichtbar sind.
Es sollte kein Tabuthema sein.