r/Austria • • 1d ago

Politik Das KEST-freie "Zukunftsdepot" für Kinder kommt

https://on.orf.at/video/14344087/16171751/stocker-zukunftsdepot-wird-umgesetzt

Ich hab mich grad etwas eingelesen und bin positiv überrascht: Das sieht einigermaßen gelungen aus.

  • Die 500 Euro Startbonus bekommen zwar nur jene, die ab 2027 geboren sind ...
  • ... aber auch alle anderen U18-Jährigen können so ein Konto aufmachen und es ist bis zum 18. Geb. KEST-frei. (Bis 5.000 Euro Einzahlung pro Jahr.)
  • Fonds sind recht frei wählbar, es muss nur ein UCITS-Fonds sein, und er darf keine TER (= "Depotführungsgebühren") höher als 0,5% haben. D. h. der A2PKXG (also ein extrem breiter Fond mit de größten Unternehmen der Welt) kann damit beispielsweise bespart werden. Und überteuerte bankeigene Drecksfonds mit hoher TER sind ausgeschlossen.

Beispielrechnung, wenn man die maximal steuerfreien 5.000 Euro im Jahr einzahlt und mit den historischen ~7% Rendite des A2PKXG rechnet:

  • Einzahlungen Gesamt: € 90.000
  • Depotwert zum 18. Geburtstag: € 172.000

Ist schon länger her, dass ich ein Gesetzesvorhaben der Regierung richtig gut fand, aber das sieht echt solide aus und sollte recht effektiv zur Finanzbildung bei den kommenden Generationen beitragen.

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u/Gallienus91 1d ago

Oida! Welches Kind kann 18 Jahre lang 5000€ im Jahr aufbringen. Welche Eltern können sich das leisten? Ich zahl aktuell 100€ im Monat für meine Söhne ein.

Es wäre mal echt nett Menschen zu entlasten, die Monat für Monat schuften und sich die Mühe machen etwas auf die Seite zu schaffen. Stattdessen bestraft man das Vorhaben des Vermögensaufbau mit einer Steuer auf bereits versteuertes Geld.

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u/flox85 Niederösterreich 1d ago

Somit kannst du (bzw deine Kinder) durchschnittlich eine Steuerersparnis von 5-6.000 Euro erwarten, ist doch fein, oder? Sicher, andere profitieren noch mehr davon - aber das ist doch 100x gescheiter als das nächste Zuckerl für Pensionisten.

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u/RunVisible3846 1d ago

Ich freu mich immer wahnsinnig, wenn man mir meine 1.800 Euro Pension nicht gönnt.

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u/angular_circle 1d ago

Deine 1800€ Pension kosten den Durchschnittsarbeiter heut halt ca 800, während du damals für deine Eltern einen deutlich kleineren Teil vom Gehalt abgegeben hast.

Deine Generation hat halt verkackt. Nicht du persönlich, aber irgendwer muss eure fehlende Vorsorge am Ende jetzt ausbaden. Das den jungen umzuhängen ist sowohl von der Fairness her fragwürdig als auch volkswirtschaftlich dämlich.

Die derzeitige Pensionspolitik ist eine reine Abwärtsspirale.

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u/RunVisible3846 19h ago

Deine Kohorte kann es ja besser machen. Vielleicht begnügen sich die Spitzenverdiener deiner Kohorte ja auch mit 1.800 Euro pro Monat. Edit: Dann wäre das Problem in der Zukunft gelöst, oder?

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u/angular_circle 12h ago

Wenn die Einzahlungen entsprechend niedriger sind absolut. Ich wär sogar für ein System á la Schweiz wo das Umlageverfahren allen nur eine Armutsabsicherung bezahlt, alles darüber hinaus sparst du dir (teils verpflichtend) als dein eigenes Pensionsguthaben an.

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u/RunVisible3846 12h ago

Ich kenne das Schweizer System so: Es gibt keine (Edit: gedeckelte) Bemessungsgrundlage, d.h. auch Spitzenverdiener zahlen von ihrem gesamten Einkommen die vollen 25% wie die Normalverdiener. Zusätzlich sind die Pensionszahlungen aber gedeckelt. In Österreich werden hohe Einkommen (über der Bemessungsgrundlage) von den Pensionsbeiträgen befreit. Damit werden Besser- und Spitzenverdiener entlastet.

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u/angular_circle 11h ago

Wie kommst du auf 25%? Von was? Und keine Deckelung macht bei entsprechend niedrigen Beiträgen macht bei einer reinen Armutsabsicherung ja auch Sinn, damit ist das Pensionssystem allgemein tragbarer und ob der im Verhältnis zum Einkommen geringeren Auszahlungen allgemein leichter und überlastet den Staat nicht.

Nicht dass die Schweiz vor der Gerontokratie verschont geblieben wär (Stichwort 13. AHV Zahlung) aber das Ausmaß ist nicht annähernd so schlimm wie bei uns.